Halle (ks). 180 Tonnen Sand! Das war eine der ersten
Sanierungsmaßnahmen im Heidebad, nachdem die Stadt die Betreuung des
Bades an einem der schönsten Badeseen des Landes in private Hände
gelegt hatte.
Nach sechsjähriger Erfahrung von Ivonne Fischer und Mathias Nobel als
Gastronomiebetreiber ist seit 1. April dieses Jahres Ivonne Fischer
offiziell Pächterin des Naturbads in Nietleben. Die neuen Pächter haben
sich auf die Fahnen geschrieben, Halles schönsten Sandstrand zum
Zentrum einer familienfreundlichen Oase zu machen, die neben Textil-
(10 000 Quadratmeter) und FKK-Strand (6 000 Quadratmeter), neben
Volleyball (zwei Plätze), Bootstouren und Surffreuden u.a. auch das
Erlebnis Wald bietet. Schon denkt Mathias Nobel über einen
Naturlehrpfad auf dem 60 000 Quadratmeter großen Gelände des Heidebads
nach. Das ist aber noch Zukunftsmusik genau so wie ein Campingplatz
„schön mit Warmwasserduschen“, den sich der Chef des Naturbades auch
gut vorstellen kann. Bis dahin sind aber noch einige Verhandlungen zu
führen und ein paar tausend Schweißtropfen zu vergießen.
Nach frischem Sand, frischer Farbe und sauberen Wegen - „Wir haben in
vier Wochen gemacht, was möglich war“ - warten jetzt erst einmal die
beiden Toilettenanlagen auf ihre Sanierung. Ein Zustand wie kurz nach
der Eröffnung des Heidebads, schaut Mathias Nobel schon weit in die
Zukunft. Mit Sprungturm und Liegewiese ... Bis zu 9 000 Besucher an
einem Tag, hat der ehemalige Bademeister Horst Matzke den neuen
Pächtern erzählt und dass, als das Bad im Mai 1957 eröffnet wurde, 200
Strandkörbe den Badegästen zur Verfügung standen.
Heute sind es acht Strandkörbe, 70 Liegestühle, 70 Sonnenschirme, drei
Surfbretter, drei Tretboote, zwei Ruderboote und vier Tischtennissets,
die die Sonnenhungrigen im Heidebad ausleihen können. Und an
Spitzentagen zählt Mathias Nobel derzeit „nur“ noch zweieinhalbtausend
Besucher. Unter ihnen jede Menge Stammgäste, die mit Lob für das
derzeit zehnköpfige Team im Strandbad im Heidesee nicht geizen. Das
reicht von „gemütliche Atmosphäre“ über „super freundliches Personal“
bis „hier trinke ich den Kaffee am liebsten“. Anglerverein (der nutzt
einen Teil des Badgeländes und hilft dafür den See sauber halten) und
Heimatverein Nietleben (der arbeitet auch die inzwischen 50-jährige
Geschichte des Heidebads auf) sind bei den Badbetreibern jederzeit
willkommene Gäste.
Und ganz besonders willkommen sind badelustige Knirpse, die mit der
Kita-, Hort-, Schul- oder Kinderheimgruppe, auf Ausflug von Krokoseum,
Kinderklinik, Kinder- und Jugendtreff kommen. Für sie alle gilt :
keinen Cent Eintritt. Und sollte sich angesichts solch eines
phantastischen Angebots eine Einrichtung für ein kleines Strand- oder
Neptunfest interessieren - einfach unter Tel. (0163) 2 66 66 69
Verhandlungen aufnehmen! Kleiner Tipp: die Bademeister Mario, Matthias
und Enrico nehmen auch die Schwimmstufen ab!
Apropos feiern! Genau dazu war am vergangenen Wochenende eingeladen,
wer Lust hatte zu kommen. Und das waren immerhin 1 500! Die gönnten
sich eine griechische Nacht am Heidesee mit Live-Musik, Tzaziki und
griechischem Wein. Das allgemeine Fazit: „Geil“. Für die kommenden
Jahre könnte sich Mathias Nobel gut eine spanische oder italienische
Nacht am Nietlebener Natursee vorstellen. Und noch einmal feiern: Hier
gibt's Entchen für das Entenrennen beim Laternenfest!
Bis Ende September (10 bis 20 Uhr - mit Hitzeverlängerung) und wenn ein
„goldener Herbst“ es erlaubt, auch länger, bleibt der Badebetrieb
aufrecht erhalten. Erklärtes Ziel aber: Familienspaß vom Neujahr bis
Silvester. Erst einmal bei einer Dankeschön-Feier am 15. September.
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